Abschlussfeier an der Sekundarschule: „Playlist done – we are gone“
Preußisch Oldendorf. Mit einer stimmungsvollen Feier in der Aula der Sekundarschule Preußisch Oldendorf verabschiedete die Schulgemeinschaft am Freitag, 3. Juli, den diesjährigen Abschlussjahrgang 10. Unter dem Motto „Playlist done – we are gone“ erhielten 54 Absolventinnen und Absolventen ihre Abschlusszeugnisse – knapp die Hälfte davon mit der Berechtigung zum Besuch der gymnasialen Oberstufe. Durch das abwechslungsreiche Programm führten Dilber Suleyman und Leonie Wilmsmeyer.
Schulleiter Christian Schäffer begrüßte die Gäste und ging auf die von den Schülerinnen und Schülern kunstvoll gestaltete Wand im Schulgebäude mit dem Abschlussmotto „Playlist done – we are gone“ ein. Die symbolische Playlist ergänzte er mit dem Lied „School Days Over“, einem Song, der in den letzten knapp 50 Jahren vielfach interpretiert worden ist. Die Schulzeit sei nun beendet und es sei an der Zeit, neue Wege zu gehen. Dafür seien die Absolventinnen und Absolventen in den vergangenen Jahren gut vorbereitet worden – auch wenn dieser Weg nicht immer einfach gewesen sei. Schäffer erinnerte sich außerdem an eine Rede von vor 14 Jahren, in der er sich auf David Bowies Song „Heroes“ bezogen hatte. Auch der aktuelle Abschlussjahrgang bestehe aus kleinen Heldinnen und Helden. Helden zeichneten sich nicht nur durch besondere Taten oder Fähigkeiten aus, sondern ebenso durch Interesse, Mitgefühl und Neugier. Diese Eigenschaften trage jeder Einzelne in sich, weshalb die persönliche Playlist im Leben immer wieder ergänzt und erweitert werden müsse.
Im Anschluss blickten Sophie Janzen und Hasan Mirzazada aus der Klasse 10a Calendula mit viel Humor auf die vergangenen Schuljahre zurück. Besonders die Klassenfahrt im Juni in die Niederlande lieferte zahlreiche amüsante Geschichten über ihre Klassenlehrerinnen Frau Schaffner, Frau De Boer und Frau Klocke. Nach der kurzweiligen Rede überreichten sie ihren Lehrerinnen Geschenke und präsentierten ein Abschlussvideo.
Es folgte Bürgermeister Marko Steiner, der die musikalische Symbolik des Mottos ebenfalls aufgriff. Er ergänzte die Playlist mit dem Lied „Freiheit“ von Marius Müller-Westernhagen. Mit dem Schulabschluss seien die Jugendlichen nun frei von der Pflicht, täglich zur Schule gehen zu müssen. Diese neue Freiheit bringe jedoch auch Unsicherheiten mit sich. Gleichzeitig erinnerte Steiner daran, wie wertvoll es sei, in Freiheit leben zu dürfen – ein Privileg, das oft als selbstverständlich angesehen werde. Freiheit ende jedoch dort, wo die Freiheit anderer eingeschränkt werde. Rücksichtnahme und Verantwortung seien deshalb unverzichtbar. Er appellierte an die Absolventinnen und Absolventen, sich auch künftig für Freiheit einzusetzen, damit möglichst viele Menschen dieses Geschenk auch zukünftig erfahren könnten.
Anschließend ließen Maya Jelly und Fynn Siegler aus der Klasse 10b Safran die gemeinsame Schulzeit Revue passieren. Sie erinnerten sowohl an schwierige als auch an besonders schöne Momente. Dabei hoben sie mit einem Augenzwinkern die unterhaltsamen Urlaubserzählungen von Frau Meyer ebenso hervor wie die kreativen Projekte von Frau Schwarz. Auch sie bedankten sich mit Geschenken und einem selbst gestalteten Video bei ihren Klassenlehrerinnen.
Nachdenkliche Worte fand anschließend Pfarrer Michael Weber. Eigentlich habe er über Fußball sprechen wollen, erklärte er schmunzelnd. Nach dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft sei ihm jedoch etwas die Begeisterung dafür vergangen. Stattdessen griff er das Motto der Playlist auf und erklärte, dass jede Playlist Energie benötige, um abgespielt werden zu können. Auch im Leben brauche jeder Mensch Kraft. Diese entstehe vor allem durch Menschen, die einen lieb hätten und unterstützten. Beziehungen seien wichtige Kraftquellen, die gepflegt werden müssten. Als Symbol überreichte Weber allen Absolventinnen und Absolventen eine Sonnenblume mit der Bitte, sie an einen Menschen weiterzugeben, der ihnen besonders viel Energie und Unterstützung geschenkt habe.
Für heitere Momente sorgten anschließend Jotte Klipker und Levin Özaltin aus der Klasse 10c Opal. Sie erinnerten an die unverwechselbaren Markenzeichen ihrer Klassenlehrkräfte. Während Frau Seidel mit ihren lockeren Sprüchen in Erinnerung geblieben sei, habe bei Herrn Bergmeier stets gegolten: „Erst Kaffee, dann Unterricht.“ Zwar sei die Klasse manchmal laut und anstrengend gewesen, räumten beide ein, doch trotz der erst später erfolgten Zusammenführung habe sich eine starke Klassengemeinschaft entwickelt. Nach einem weiteren Abschlussvideo überreichten auch sie ihren Lehrkräften Geschenke.
Im weiteren Verlauf der Feier nahm Abteilungsleiterin Katharina Spilker die Ehrung besonderer Leistungen vor. Ausgezeichnet wurden zunächst die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Känguru-Wettbewerbs der Mathematik. Für die besten Abschlusszeugnisse wurden Nathan Olfert (10a), Alina Braun (10c) und Fynn Siegler (10b) geehrt. Siegler erzielte zugleich den besten Abschluss des gesamten Jahrgangs. Außerdem erhielt Leonie Wilmsmeyer eine Auszeichnung für ihr besonderes soziales Engagement in der Schulgemeinschaft.
Den Höhepunkt bildete schließlich die Ausgabe der Abschlusszeugnisse. Die Klassenlehrkräfte der 10a beschrieben ihre Klasse augenzwinkernd als politisch besonders diskussionsfreudig, äußerst erfinderisch bei Ausreden für Verspätungen und als „Überlebende von sechs Jahren Schulwahnsinn“. Musikalisch begleitet wurde dieser Teil der Feier durch ein Klavierstück von Frau Schaffner.
Die Klassenlehrkräfte der 10b griffen den Klassennamen Safran auf und formulierten in Anlehnung an das B der Klasse drei Wünsche für ihre Schülerinnen und Schüler: „Bleibt mutig, behaltet euer Lächeln und bestimmt euren eigenen Weg.“ Safran sei ein besonderes Gewürz, das aus feinen roten Fäden bestehe. Ebenso wünschten sie ihren Absolventinnen und Absolventen, im Leben ihren eigenen roten Faden zu finden.
Die Klassenlehrkräfte der 10c erinnerten an den schwierigen Start der gemeinsamen Schulzeit vor sechs Jahren, der durch die Corona-Pandemie und den Unterricht mit Masken geprägt gewesen sei. Trotz der erschwerten Bedingungen habe die Klasse stets zusammengehalten und füreinander eingestanden.
Den gelungenen Schlusspunkt der Feier setzte eine Tanzaufführung mehrerer Schülerinnen und Schüler, die mit großem Applaus bedacht wurde. Im Anschluss an den offiziellen Teil waren alle Gäste zu einem vom Förderverein organisierten Sektempfang vor der Aula eingeladen, bei dem Eltern, Lehrkräfte, Absolventinnen und Absolventen den besonderen Abend in geselliger Atmosphäre gemeinsam ausklingen ließen.
